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Unerwartete Funde aus dem Dom zu Münster

Beim letzten Heidenstammtisch vom Hexentreff erzählten Nils und Anne etwas von Symbolen, die sie im münsterschen Dom gefunden hatten.

Den Berichten der beiden zufolge gibt es im Dom z.B. mehrere Gargoyle-Abbildungen:
Gargoyles IGargoyles IIGargoyles III
Auf die Abbildung klicken öffnet ein neues Fenster

Gargoyles sind mittelalterliche Kreationen, die, mit dem jetzt bekannten Namen, ihren Ursprung im französischen haben. Die ursprünglichen Gargoyles bezeichnen Wasserspeier, die in Form von Monster und Fabelwesen dargestellt wurden, und die verhinderten, dass Wasser an der Hauswand runterlief, und dadurch das Gebäude beschädigte.
An Außenwänden von Kirchen stehen diese Figuren für den Einfluß des Teufels auf das Weltliche, wie z.B. Wikipedia weiß. Dort steht aber auch, dass man sie nie im Innern einer Kirche findet, was die Frage aufwirft, ob es sich bei den Abbildungen wirklich um Gargoyles oder Grotesken handelt, oder um etwas anderes. Die Ähnlichkeit ist zumindest verblüffend, ich werde hier mal ein weiter forschen.

Ähnlich interessant ist eine Statue, die im Domhof steht, und den Sensenmann darstellt. Dieser ist ein im Mittelalter weitläufig anzutreffendes Symbol des Todes, die Darstellung eines in einem Umhang gekleideten Skeletts, das eine Sense trägt, ist weitläufig bekannt. Allerdings habe ich den Schnitter noch nicht mit dem Christentum in Verbindung gebracht:
Schnitter ISchnitter II

Nach dem Motto Save the best for last gibt es das beste Stück aber zum Schluß, und das kann man nahezu kommentarlos stehen lassen: Ein Pentagramm im Kirchenfenster, etwas, womit ich nie gerechnet hätte:
Pentagramm
Für dieses Zeichen sind während der Inquisition ein ganze Reihe Menschen auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden.
Wolfa - 27. Mai, 09:13

Wow, das klingt ja spannend. Es war früher durchaus üblich, dass die Baumeister, die meist noch stark in den heidnischen Bräuchen involviert waren, eigene Zeichen und Symbole an etwas versteckten Ecken in der Kirche mit einfließen ließen :-).
Wenn du in den alten Kirchen genau die Ecken und Winkel durchforstest, stößt du immer mal wieder auf kleine AHA-Effekte.
Aber das Pentagramm im Fenster finde ich wirklich bemerkenswert, vielleicht war es auch ein Versuch, heidnische Symbole zu vereinnahmen, um damit die Kirche hoffähiger zu machen? Auf jeden Fall spannend.
Interessant wäre, ob dazu was im Kirchenführer steht.
Schönen Sonntag noch Wolfa
(die auch sehr gern solche Symbole aufspürt ;-) )

Fiona (anonym) - 21. Aug, 20:15

Überraschend?

Eigentlich nicht so sehr überraschend, oder? Lange Zeit war ja schließlich auch im Christentum das Pentagramm als Schutz vor schädlicher Magie bekannt - nicht etwa als "böses magisches Symbol".
Im Dom in Köln gibt's auch mehr als ein Pentagramm. Eigentlich schön, zu sehen, dass auch das Christentum nicht von Anfang an intolerant war...

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