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Nichts gelernt

Das Patriarchat hat in den letzten Jahrhunderten für einige Wirrungen in unserer Kultur gesorgt, und das ist noch harmlos ausgedrückt. Die Welle der Emanzipation mit dem Ziel der Gleichberechtigung beider Geschlechter versprach, und verspricht nach wie vor, wie ich finde, Besserung.
Umso erstaunlicher finde ich es, solche Sachen zu lesen:
Radical Goddess Thealogy
This weblog is dedicated to THE GODDESS and to SAVING THE PLANET -- by gently replacing God the Father with God the Mother by the year 2025. Too simplistic? Nope, I don't think so. Male gods are dangerous, to men as well as women. Female deities are ROLE MODELS for UNCONDITIONAL LOVE. People are biologically programmed to need religion of one kind or another. (BTW, "thea"=Goddess, "theo"=god)
godmotherascending.blogspot.com

Vielleicht setzt sich irgendwann mal die Erkenntnis durch, dass sich nur ein Gleichtgewicht bildet, wenn wirklich beide Kräfte auf einem Level sind. Schauen wir uns doch mal um: Bei den meisten Lebewesen bedarf es eines männlichen Parts, um den weiblichen zu befruchten.
Quatsch ist meiner Meinung nach zu behaupten, männliche Götter wären schlecht. Das ist genauso falsch wie die Behauptung, männliche Kräfte seien schlecht. Ja, männliche Kraft kann zerstörerisch sein, aber das gilt für alle Kräfte, die uns umgeben.

Die Sonne sorgt dafür, dass das Leben auf der Erde wachsen und gedeihen kann. Zu viel Sonne, oder zu wenig Wasser, sorgt aber dafür, dass die Pflanzen verdorren und schliesslich eingehen. In den alten, naturnahen Kulturen war die Sonne übrigens männlich, während der Mond weiblich war.
Wasser kann, wie oben angeführt, zum Pflanzenwachstum beitragen, bzw. das Leben erhalten. Bei Überschwemmungen oder heftigen Regenfällen aber sorgt es für Tod und Zerstörung.
Wir können es durch exerzieren: Feuer wärmt und spendet deshalb Leben, bzw. kann Nahrung erst richtig eßbar machen. Aber es verbrennt auch, tötet, und läßt ödes Land zurück. Erde ist ein hervorragender Boden, auf den alles Leben gedeiht. Erdrutsche aber können lebendig begraben.

Das ist bei der weiblichen Kraft nicht anders: Unconditional Love ist genauso gefährlich, wenn sie alleine steht, wie irgendeine anderere Kraft. Es ist nichts Neues, das Liebe z.B. erdrücken kann, weil die Nähe zu einem Menschen dessen Freiheiten erdrückt, oder auch dessen Persönlichkeit. Zu viel Mutterliebe kann dafür sorgen, dass die Kinder nicht selbständig werden, sondern an Mutters Rockzipfel hängen bleiben.

Aus der Kindererziehung weiß man, dass diese sowohl weibliche wie auch männliche Vorbilder benötigen, um ein entsprechendes Rollenbild entwickeln zu können. Und Mädchen brauchen Männer, um eine Orientierung zu bekommen, wie ihr "Zukünftiger" aussehen sollte.
Deshalb sind Frauen nicht uneingeschränkt die besten Rollenbilder.

Die ganze Betrachtungsweise ist einseitig, und deshalb ebenfalls engstirnig. Ein Matriarchat wird, ob es das nun will oder nicht, ähnliche Fehler wie ein Patriarchat machen, durch die Negierung und Unterdrückung der männlichen Kraft.

Via Morgaine
DonParrot - 17. Jun, 12:14

Abgesehen davon, dass die Beispiele Condie, Maggie und das Merkel auch nicht gerade dafür sprechen, dass die Mädels irgendetwas besser machen würden.

Morgaine (anonym) - 17. Jun, 23:32

Das Matriarchat ist aber nicht die spiegelverkehrte Herrschaftsform des Patriarchats. Und ehe ich mich hier die Finger wund schreibe, setze ich unverschämterweise einen Link dazu auf mein Blog. ;-)
http://morgaine.twoday.net/stories/3145431/


Es gibt nicht ein Zuviel an Liebe. Sei es nun Mutter- oder Vaterliebe. Liebe bedeutet nämlich gerade auch, die Selbstständigkeit zu fördern. Ich liebe mein Kind und tue ihm Gutes, wenn ich ihm vermittle, der sichere Hafen zu sein, von dem aus man in die ganze Welt reisen kann.

Mädchen brauchen nicht unbedingt Männer als Vorbilder, um ihren "Zukünftigen" auszuwählen. Sie brauchen allerdings jemanden, sei es nun Mama oder Papa, der ihnen vermittelt, dass sie sich jemanden aussuchen, der ihnen gut tut und sie liebevoll behandelt, so, wie sie ihn behandeln sollten.

Morgaine, die genau dieses gerade mit ganz großer Freude zur Kenntnis nimmt ... :-)

cptsalek - 18. Jun, 17:10

Dann werde ich gleich doch mal mit einem Trackback kontern. :)
Vielen Dank für Deinen Kommentar, da habe ich irgendwas in den falschen Hals bekommen...

So, wie Du Liebe definierst, ist es sicherlich in Ordnung. Bei einigen Eltern verschwimmt aber Liebe in einem Mix mit Egoismus und Verlustangst, sie lassen ihre Kinder nicht gehen. Ich habe einige Kandidaten davon in meinem Freundes- und Bekanntenkreis...

Gut, was Mädchen genau brauchen, kann ich mangels erzieherischer Erfahrung nicht wissen, wobei ich häufig gehört habe, dass auch der männliche Part einen erheblichen Einfluß auf das Männerbild der Mädchen hat.
Umgekehrt kann ich Dir aber ganz genau sagen, dass Jungen ihre Rolle ohne männliche Rollenbilder nicht definieren können, von daher ist ein ordentlicher männlicher Part nicht unwichtig. Davon kann ich nun ein längeres Liedchen singen, weil ich selbst Scheidungskind war, und ab meinem 12 Lebensjahr bei meiner Mutter gelebt habe. Was in einem sehr schlechten Männerbild resultierte, an dessen Begräbnis ich streckenweise noch heute arbeite.

Trackback URL:
http://cptsalek.twoday.net/stories/3872092/modTrackback

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