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Montag, 29. September 2008

Es geht! Ich werde nicht mehr, es geht!

Meine Octane hat ihre Installation überlebt! Ich habe das zig mal nach dieser Anleitung probiert, und immer ist die Installation mittendrin abgebrochen. Selbst mein Arbeitskollege, von dem ich das Schätzchen habe, war bei mir, und wir haben sie zusammen nicht zum fliegen bekommen.
Aber rennt sie - und sie rennt wirklich! Das Ding hat 2x300MHz CPUs, aber die Grafik ist schnell wie sau. Gut, kein Problem bei einer Maschine die mit einem PC nichts gemeinsam hat und unkomprimiertes HDTV zum Frühstück einwirft.
Wie geil ist das denn, die Karre läuft! Und zwar mit einer Auflösung von 1600x1024x16@83 (1600x1024 bei 16 Bit Farbtiefe und 83Hz Bildwiederholfrequenz).Schweinegeil das Schätzchen! Sieht so aus, als wäre meine Überlegung, bei der Paketauswahl von der Anleitung abzuweichen richtig gewesen. Ein install prereqs führt nämlich zu einer Fehlermeldung. Also immer men alles drauf. :-)
So, und jetzt bin ich so aufgekratzt, ich bin gerade weder fürs Kuscheln noch fürs Schlafen zu haben! Ich geh' noch ne Runde mit der Maschine spielen. *hehe*

Der Atari läuft!

Ich werde echt weich! Heute konnte ich es irgendwie nicht erwarten und habe einen der beiden Atari, die ich am Wochenende beinahe abgegeben hätte, aufgebaut.
Ich habe ihn von einem Freund bekommen, zur Ausstattung gehört ein kleiner SCSI-Tower aber als Schmankerl einen hochauflösenden Monitor, der immerhin 1280x960 Pixel bringt. Für die damalige Zeit ein Hammer! Der Atari enthält dafür die entsprechende Grafikkarte. Zu der Konfiguration habe ich übrigens folgendes bei ST Computer gefunden:
What's new MATRIX?
[...]
Mit der neuen Mono-Grafikkarte "Matgraph M 128" schafft man die Auflösung von 1280 * 960 und 72 Hz auf einem 19"-Monitor auch für MEGA STE. Die Karte kostet 698 DM und mit Monitor 2.398 DM.
Das ist mal ein Preis.
Also gut, zurück zum Thema: Heute also die Hardware aufgebaut. Zuerst den Atari alleine. Läuft. Danach Atari mit dem SCSI-Tower. Läuft auch, und ich bekomme nach ein paar Sekunden einen Auswahlbildschirm, der verdammt danach aussieht, als würde mich die Maschine fragen, welche Auflösung auf welchen Monitoren ich denn gerne hätte. Mein Herz schlägt schneller und ich schalte den Tower und den Atari wieder aus, und klemme den Monitor an.
Der hat es irgendwie in sich: Ein weißes Blechgehäuse mit sichtbaren Schrauben gibt dem Gerät ein komisches Aussehen. Und der Monitor reagiert beim Einschalten garnicht. Kein Geräusch, kein sichtbares Flackern in der Röhre - einfach nichts!
Ich mache die Probe aufs Exempel: Monitor eingeschaltet, SCSI-Tower an, Atari an. Ich halte gespannt den Atem an. Irgendein Bootmanager gibt mir 10 Sekunden Zeit zu entscheiden, ob ich nicht vielleicht doch was umkonfigurieren möchte. Schitt! Mach hin, Du Ding!
Laaaange 10 Sekunden später kommen einige Meldungen, und schliesslich erwacht der Monitor zum Leben! Und TOS sieht bei 1280x960 verdammt geil aus! *g*
 
Ich finde das ziemlich genial, und wenn jetzt auch noch meine Octane gnädig gestimmt ist und die Installation durchläuft, bin ich wirklich, wirklich glücklich. Und verschwinde zu meinem Schatzi ins Bett. :-D
 
Hier gibts noch ein Bild von dem guten Stück:


Installationsnotizen für Irix 6.5 auf SGI Octane

  1. Dieser Anleitung folgen
  2. Beim Einlesen der CDs kommen die Overlays zuerst, dann ist die Reihenfolge nahezu egal.
  3. Achtung: Die ONC/NFSv3 CD hat zwei Dists, einmal /CDROM/dist und /CDROM/dist/dist6.5. Für Irix 6.5 wird letzte benötigt. Der Installer meldet bei der ersten Dist, dass die für die falsche Platform ist und deswegen nicht installiert werden kann.
  4. Nach dem Einlesen aller Disks:
    • keep *
    • install *
    • go
  5. Konfliktauflösung (conflicts):
    • Alle GNU-Pakete abwählen
    • cxfs_client*-Pakete abwählen
    • Hardwareabhängige Pakete die angemeckert werden abwählen (nicht für die IP30/Octane).
    • Java2_dev*-Pakete abwählen (nur wenn die Development-CDs eingelesen wurden), java2 wird über die eoe-Pakete installiert
  6. go

Kommt alles anders - oder: Ich bin jetzt Atarianer

Sonntag war ich wie angekündigt auf der Classic Computing in Moers. Die Veranstaltung war genial, auch wenn dem Sonntag ein paar Besucher mehr nicht geschadet hätten. Das Interesse für klassische Computer war aber da, und einige Besucher konnte man bedauern äußern hören, das sie ihre alten Schätzchen abgegeben oder sogar auf dem Schrott entsorgt hatten.
Es war auch (fast) alles da an klassischen Geräten: Commoder PETs, und natürlich deren Nachfolger C64 und Amiga, die Familie der Z80-basierten Heimcomputer (Sinclair, etc.) und sogar einige PCs.
Für mich als Liebhaber der Acorn-Computer (mich hörte man mehrmals "hätte ich den bloß nicht abgegeben!" sagen) war es eine Freude, einen Archimedes A3000, einen A5000 und einen RiscPC zu sehen. Gerade letzteren finde ich wegen seiner CPU-Karte und dem aufrüstbaren Gehäuse nach wie vor genial. Mal davon abgesehen, dass RiscOS einfach ein schönes Betriebssystem ist.
Eindrucksvoll anzusehen waren die Amigas, die auch mit heutigen Maschinen schritt halten können. Diverse Amiga-Tower mit Upgrade-Karten und dem aktuellen AmigaOS 4.1 zeigten, dass Amiga ziemlich gut mit heutigen Technologien klar kommt. So hat das AmigaOS dem OS X gleich gezogen und stellt einen Großteil der Oberfläche über die 3D-Karte da, Goodies included. Außerdem sieht das AmigaOS recht gut poliert und aufgeräumt auf, und der eingebaute CPU Emulator stellt sicher, dass auch alte Software-Titel laufen und sich nahtlos ins System einbinden. Ich hatte nie einen Amiga, weil ich mich eben auf die Acorns gestürzt habe, finde es aber gut, dass eine alternative Platform wie der Amiga so gut läuft. Und mit dem SAM 440 EP gibts ein neues Motherboard, auf dem AmigaOS seinen Dienst verrichtet. (Seit einer Weile gibt es aber auch das Efika, auf dem zumindest MorphOS läuft.)
 
Interessant war für mich, dass man auch einige Workstations aus dem Hause SGi zu sehen bekam, so waren zwei Indigos und eine Octane vor Ort. Nachdem ich die Maschinen gesehen hatte und erleben durfte, dass sie, dank intelligentem Hardware-Design, auch noch heutige Anwendungen vor allem aus dem 3D-Bereich noch gut stemmen konnten, blieb meine Octane schonmal im Auto. Es sollte nicht das einzige Stück Hardware bleiben, das ich wieder mit nach Hause nahm...
Mit den Veranstaltern hatte ich am Eingang abgesprochen, meine Hardware nach dem offiziellen Ende um 16:00 Uhr auszuladen. Ich packte also meine Sammlung aus, als alle anderen anfingen einzupacken. Leider erst danach stellte sich heraus, dass auf der fast 20 Meter langen Tischreihe gespendeter Hardware recht viel Atari Hardware lag -- vor allem leicht zu bekommender Atari Hardware. Meine Einschätzung, ein Atari Laserdrucker könnte ein Schätzchen sein, war falsch. Auch die Mega STs sind in der Szene noch Massenware, im Gegensatz zu Falcon und TT. Gut, die beiden Maschinen sind auch was zum ansabbern.
Nachdem ich also alles ausgeladen hatte kristallisierte sich schnell heraus, dass der Verein zwei Atarianer hat, die beide recht gut ausgestattet sind. Ich lernte Jens kennen, und er stürzte sich mit Kennerblick auf die Teile, die ich mitgebracht hatte. Dann liess ich fallen, dass ich alles, was nicht wegging, wieder mitnehmen würde. Das Ende vom Lied war, das er mir zeigte, was ich alles brauchte und seine Hilfe anbat. Ich muß gestehen: In mir machte sich Begeisterung breit, mein kleines klassisches Computerherzchen macht eine paar Sprünge, und ich ließ mir gerne aus dem ganzen Stapel der Disketten die notwendigen Treiber-Disketten für SCSI Controller, Festplatten und Grafik-Adapter heraus suchen. Eigentlich hatte ich mir die Ataris besorgt, weil ich darauf ein Sparemint aufsetzen wollte. Das Projekt ist jetzt wieder aktuell geworden. :-)
Im Enteffekt lud ich mir wieder das Auto voll, bis auf das Powerbook Duo210 nahm ich alles wieder mit.
Dafür kann ich mich jetzt wohl als Atarianer im Training bezeichnen.

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