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Freitag, 9. März 2007

FreeBSD

Mitte letzten Jahres habe ich mir einen älteren Laptop, einen IBM Thinkpad T23, besorgt. Da ich auf Linux keine Lust mehr hatte, probierte ich FreeBSD.
Seitdem bin ich zu einem echten BSD-Anhänger geworden und verwende Linux nur, wenn es nicht anders geht. BSD unterstützt z.B. keine DVB-S Karten.

FreeBSD ist im Vergleich zu den Linux-Distros richtig schlank und unterstützt neben Binärpakete auch die Installation aus dem Source-Code heraus. Das Ganze hat viel Charme, denn dadurch kann man dem Compiler einige Flags mitgeben, um das System auf seine Hardware zu optimieren.
Spannend ist bei FreeBSD, dass es ein Grundsystem gibt, und alle Pakete aus dem Paketsystem Ports kommt. Die Trennung sorgt dafür, dass es zwischen beiden so gut wie nie Abhängigkeiten gibt. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel, kommen aber nur vor, wenn es einen großen Versionssprung gibt, z.B. von FreeBSD 5.x auf 6.x.
Umgekehrt kann man jederzeit das Grundsystem aktualisieren, ohne Angst haben zu müssen, damit die Ports zu gefährden.

Das Grundsystem kann man dabei als kompletten Source herunter laden. Er legt sich dabei nach /usr/src und harrt darauf, übersetzt zu werden. Unter /usr/src/sys/i386/conf findet man die Konfigurationsdateien für x86-Kernel. Die kann man entsprechend anpassen. Das Verfahren sieht nicht so modern aus wie z.B. ein make menuconfig unter Linux, es reicht aber aus und stellt sich als ausreichend flexibel und vor allen Dingen schnell handhabbar heraus.
Unter FreeBSD habe ich zumindest noch nie nach der Einstellung eines Treibers gesucht. Dafür habe ich ja auch meinen vi.

Die Erstinstallation empfand ich als recht einfach, wobei ich dazu sagen muß, dass ich schon viele rein textbasierte Installationssysteme gesehen habe.
Der Standard-Kernel von FreeBSD, der auf den Namen GENERIC hört, erkannte denn dann auch direkt meine gesamte Hardware, und lud sogar ein DRI-Modul für die S3 Savage.
Die X-Configuration setzt darauf auf und man hat innerhalb kurzer Zeit ein hardwarebeschleunigtes X11.
Kleiner Wehrmutstropfen: Wie sich herausstellte verträgt sich das DRI-Modul für die Savage nicht mit dem Thinkpad, und immer wenn ich den X-Server beendet habe fror das Display sowie Maus und Tastatur ein. Selbst ein Warmstart konnte den Laptop-Bildschirm nicht aufwecken.
Ich fahr auf der Maschine Xorg jetzt ohne Beschleunigung, aber was solls, ich habe eh keine Anwendung, die 3D-Beschleunigung nutzen würde.

Alles in allem also ein Supersystem. Wer eine Alternative zu Linux soll ist da bestens aufgehoben.

DNS von morgen: Das neue Babel

Ich muß ja immer wieder lachen, wenn ich aktuelle Entwicklungen im Internet sehe. Vor einer Weile wurden lokalisiderte Internet-Domains eingefüht. Dadurch ist es möglich, z.B. Domains mit Umlauten im Namen anzubieten und auch unzusurfen. "Hey, I'm living in Appelhülsen".

Der Nachteil dieses Verfahrens ist offensichtlich: Laßt man einen englischsprachigen Surfer so eine URL eingeben. ;)
Wenn es dann in den asiatischen oder orientalischen Sprachraum geht, schauen wir mit unserem lateinischen Alphabet mal schnell in die Röhre.
Bisher war das alles kein Problem, dadurch, das nur ASCII-Zeichen (das ist der Grundsatz des Zeichenvorrats) zugelassen war, konnte man quasi jede Seite ansurfen, und konnte, wenn sie in einer Fremdsprache gehalten war, zumindest einen evtl. vorhandenen Link zu seiner Sprache folgen.

Und jetzt sollen noch die sogenannten Toplevel-Domains (TLDs), hinzu kommen. Aber demnächst kann man also theoretisch nach .österreich surfen, oder nach .الجماهيرية العربية الليبية الشعبية الاشتراكي oder מדינת ישראל
Wie auch immer ich das wohl eingeben soll...

Quelle: heise.de

Wichtiges/Interessantes aus anderen Blogs:

Netzfilter: Unbrauchbar und schädlich
<p>Sueddeutsche.de hat den Dresdner Informatik-Professor...

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